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Die richtige Geotagging-Software für Mac und PC

von Christoph Dietrich

Was ist Geotagging? Der Begriff setzt sich aus „geo“ für geografische Informationen und „tagging“ für Anhängen zusammen. Man versteht darunter zumeist das Ergänzen eines Bildes oder auch Videos mit den geografischen Koordinaten des Entstehungsortes. Dabei werden die GPS-Koordinaten des Ortes parallel zur Bilddatei oder gar in die Bilddatei selbst mitgespeichert.

Welche Vorteile hat Geotagging? Es sind mehrere Nutzungsszenarien denkbar. Zum einen kann für jedes aufgenommen Foto auch in Jahren noch nachvollzogen werden, wo und vor allem wo genau dieses gemacht wurde. Stellen Sie sich eines Urlaubstrip nach New York vor. Mit der genauen Geoinformationen können Sie sich mit einem Klick feststellen, dass das Gebäude im Hintergrund des fotografierten Hotdog-Verkäufers das Rockefeller Center an der 49. Straße West sein muss.

Zum anderen können Sie mittels den aufgezeichneten Geodaten (die auch die Positionen zwischen Ihren aufgenommen Fotos beinhalten) Ihre Wege (sog. Tracklogs) und dabei aufgenommen Fotos auf Google Maps oder in Google Earth betrachten und weitergeben.

Weitere Anwendungsfälle sind natürlich denkbar. Die erste Software die hier vorangeht ist iPhoto und iMovie aus dem „iLife ’09“-Softwarebundle. Damit können Sie in Ihre Urlaubsvideos animierte Weltkugeln und -Karten einfügen, die Ihren Urlaubsort oder Ihre Weiterreise zeigen.


Die richtige Geotagging-Software

Warum kostenpflichtige Software?

Der Markt an Geotagging-Software ist breit aber unübersichtlich. Viele kleine und kostenlose Tools. Kein klarer Favorit sticht heraus. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Geotagging-Workflow und die Integration in Tools noch als exotisch gelten und den Massenmarkt noch nicht erreicht haben. Dies Problem wird sich mit der breiten Verfügbarkeit von Kameras mit integriertem GPS auflösen. Denn dann schreiben die Kameras die Koordinaten der Aufnahmeorte direkt in die Fotos. Software wird dann nur noch für die Betrachtung, Verarbeitung und den Export benötigt, nicht mehr für das Zusammenführen von Geodaten und Bildern.

Es sind gerade die kostenpflichtigen Programme die im Moment mit großer und sinniger Funktionsvielfalt, sowie Liebe zum Detail die Nutzer ansprechen. Kommerziell entwickelte Produkte sind hier vor allem auch mit professionellen Oberflächen, Entwicklungsaufwänden und Support ganz vorne. Die zumindest niedrigen Lizenzkosten von bis zu € 40,- sind also gut investiert.

Die beste Geotagging-Software im subjektiven Praxisvergleich

Am Mac bewähren sich zwei Tools: HoudahGeo und Geophoto. Ersteres gewinnt aufgrund der besser an den Workflow orientierten Oberfläche. Zweiteres hat eine schicke iPhoto-ähnliche Oberfläche mit einer 3D-Weltkugel. Jedoch zielt die Betrachtung von Bildern über diese bei den Profis eher am Ziel vorbei. Das Tool soll einfach nur Geotaggen.

Sieger am Mac: HoudahGeo ($ 30.-)

http://www.houdah.com/houdahGeo/

HoudahGeo

Vorteile:

  • Saubere, Workflow-orientierte Benutzeroberfläche für ein Schritt-für-Schritt-Vorgehen
  • Manuelles Geotagging über Google Earth möglich
  • Höhenbestimmung per Google Maps
  • Reverse Geocoding (Ermitteln der Ortsinformationen) für Stadt, Bundesstaat und Land (IPTC) per Google Maps
  • Export nach Google Earth
  • Automatische Archivierung der Tracklogs
  • Integration der Lightroom- und iPhoto-Mediathek
  • Verarbeitung von RAW-Daten

Nachteile:

  • HoudaGeo merkt sich nicht, welche Fenster zuletzt eingeblendet waren

Sieger unter Windows: RoboGEO ($ 39.95)

http://www.robogeo.com/

RoboGEO

Vorteile:

  • Workflow-orientierte Oberfläche
  • Hohe Funktionsvielfalt
  • Manuelles Geotagging über Google Earth möglich
  • Export in alle erdenklichen Formate, insbesondere auch Google Earth und Google Maps
  • Verarbeitung von RAW-Daten

Nachteile:

  • Altbackene Oberfläche
  • Icons nicht intuitiv

Alternativen

Geophoto (Mac, $ 24.95)
Schöne aber komplexere Oberfläche. fast alle Features die HoudagGeo auch hat. Mir zu verspielt.
PhotoGPSEditor (Mac, kostenlos)
Unaufgeräumte und komplexe Oberfläche. Weit weniger Features. Dafür kostenlos.
GPSPhotoLinker (Mac, kostenlos)
Einfaches Geotagging-Tool ohne Kartenansicht.
gpicsync (Windows, kostenlos)
Bastel-Projekt mit Kommandozeilenorientierter Ausgabe. Keine Kartenansicht. Nur zusammen mit Google Earth sinnvoll.
Microsoft Pro Photo Tools 2 (Windows, kostenlos)
Neues Tool von Microsoft. Nicht nur für Geotagging. Habe ich noch nicht getestet.

Geotagging mit dem iPhone

GeoTag ($ 1.99)
iPhone-App mit schöner Oberfläche und passendem Desktop-Tool für den Mac zum Zusammenführen der Daten.
GPSRecorder (€ 2,99)
iPhone-App die GPX-Tracklogs schreibt.

Nützliche Zusatztools

ExifTool (Multi-Plattform, kostenlos)
Kommandozeilen-Programm, das erlaubt Exif-Daten zu setzen oder zu korrigieren. Z.B. bei falsch eingestellter Zeitzone.

4 Kommentare

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HoudahGeo und RoboGeo verarbeiten übrigens – falls vorhanden – auch zusätzliche Angaben zur Blickrichtung, wie Sie der direkt in die Bilder schreibende „Solmeta Geotagger N2 Kompass“ liefert. Leider nur Kombinierbar mit einer Reihe von Nikon DSLR.
Mindestens so spannend wie das Geotagging selbst: Welchen Nutzen habe ich durch Geotagging?
CDFinder/CDWinder (Mac/Win) mit dem GeoFinder und Digikam (Linux/KDE4) mit dem Map Search Tool zeigen wohin die Reise geht. Beide Programme nutzen Weltkarten zur geografischen Suche nach BIldern auf der heimischen Festplatte. Einfach eine Region auf der Landkarte markieren (z.B. die Region rund um den Bodensee) und schon sucht das Programm alle Bilder die in dieser Region aufgenommen wurden!

Seb

[…] Interessanter Geo Tagging Artikel auf scrollleiste.de Autor: dk Tags: Amod, Foto Tagging, Geo Tagging, Geodaten, Google Earth, GPS, GPS Babel, GPS Photo Linker, iGeo, iPhone, Networx, Trails […]

Geo Tagging mit dem Mac | DocBlogMac

[…] das sogar möglich. Da das Thema eigentlich im Netz bzw. verschiedenen Blogs (Einführungsvideo, Übersicht von Software für den Mac) schon ziemlich abgegrast ist, soll das hier überhaupt keine große Einführung werden. Statt […]

Geotagging (auf dem Mac) « Badassphotographers

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